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Übungsaufgabe 10

Nachdem ich mich heute eingehend mit H-Net und H-Soz-U-Kult beschäftigt habe, komme ich leider zu einem wenig ertragreichen Endergebnis.
Dazu muss ich sagen, dass ich mit relativ hohen Ewartungen an die Sache herangegangen bin, da ich schon sehr viel von diesen Listen gehört, sie aber bisher noch nicht selbst verwendet habe. Obwohl es mir im Vorhinein klar war, dass es keine eigene Liste zu meinem Thema gibt, ist es doch so, dass es im H-Net (oder sagt man hier auf H-Net?) keine Liste gibt, die sich auch nur halbwegs regelmäßig mit dem Thema Kopftuch/Säkularismus in Frankerich beschäftigt. Stattdessen werden beide Themengebiete in sehr unterschiedlichen Listen immer wieder gestreift, was sicher auch zu interessanten Ergebnissen führen kann, aber vermutlich eine sehr zeitaufwendige Recherche ist.
Unter dem Stichwort ‘headscarf’ finden sich im H-Net folgende Listen in den ersten fünf Punkten: h-catholic, h-gender-mideast, h-ideas, h-minerva und h-antisemitism. Alles Themen, die durchaus Bezug haben, der aber zu allgemein und vage ist um daraus Mehrwert für meine Arbeit schöpfen zu können.

In H-Soz-U-Kult sieht es leider ähnlich aus. Viele Ergebnisse sind zu allgemein oder streifen das eigentliche Thema zu kurz um interessant zu sein. Von Interesse sind hier vor allem die zahlreichen Hinweise auf Zeitschriften. Da ich von Anfang an damit gerechnet habe, zu meinem Thema viel mit Artikeln aus Zeitschriften und Sammelbänden zu arbeiten, überrascht mich das nicht weiter, stellt allerdings auch einen nicht geringen Arbeitsaufwand dar, der mit speziellen Datenbanken wie Historical Abstracts meiner Erfahrung nach schneller zu besseren Ergebnissen führt. Mit Geduld kann man aber sicher auch hier einige Juwelen finden.

In meinem Fall ist mir das leider nicht gelungen, alle Artikel, die von Interesse wären habe ich schon auf anderem Wege gefunden (vor allem durch Quellenangaben der aktuelleren Artikel zu meinem Thema und in Historical Abstracts). Daher kann ich leider keine neuen Quellen mithilfe von H-Net und H-Soz-U-Kult dem Wiki hinzufügen.

Übungsaufgabe 9

Da ich Google bisher noch nie wirklich für ernsthafte Recherche genutzt habe und mich mit den Möglichkeiten, damit sinnvoll zu suchen noch nicht sehr eingehend befasst habe, will ich das als erstes mal ausprobieren. Die Eingabe von ‚Headscarf debate’ ergibt bei Google scholar dann gleich mal die Kleinigkeit von 13.600 Treffern. Eingeschränkt auf die Phrase dann schon nur noch knapp über 600, was aber trotzdem immer noch relativ viel ist um alle Ergebnisse einzeln auf ihren Nutzen zu überprüfen. Vor allem lässt schon ein Querlesen der Artikel auf der ersten Seite erkennen, dass viele Texte sich mit der Kopftuchdebatte ganz allgemein und europaweit beschäftigen und für mich daher wahrscheinlich uninteressant sind. Der Zusatz ~french bringt kaum nennenswerte Vorteile. Daher bin ich zu einer anderen Methode über gegangen im normalen Google nach den Artikeln zur Debatte zu suchen, die in meinem Referenzwerk genannt werden. Da Le Monde diplomatique eine deutsche Ausgabe besitzt, suche ich mithilfe der Seiteneingrenzung zuerst nach den deutschen Artikeln und werde auch fündig. Konkret erscheinen zwei Artikel vom 13.2.2004 interessant, zum einen eine Stellungnahme von Pierre Tevanian, die die Hintergründe und den gesetzlichen Rahmen erklärt und zum anderen ein Artikel von Dominique Vidal, der sich mit der Reaktion des restlichen Europas und den Gründen für die Verschärfung der Debatte befasst.

In Historical Abstracts konnte ich keinen Artikel von Le Monde oder Le Monde diplomatique finden, aber ich möchte die Suche hier noch ein wenig ausweiten und über das Verhältnis zu Feminismus zum Islam recherchieren, dass in der Kopftuchdebatte unter anderem eine große Rolle gespielt hat. Hier sind unter dem schlichten Schlagwort ‚headscarf’ einige interessante Artikel zu finden, zum Beispiel Contemporary Laicite: Setting the Terms of a New Social Contract? The Slow Exclusion of Women Wearing Headscarves von Amelie Barras in Totalitarian Movements & Political Religions; Jun2010, Vol. 11 Issue 2, p229-248, 20p.

‘headscarf’ in Verbindung mit ‘feminism’ bringt allerdings nur zwei Treffer insgesamt, einer davon speziell über die deutsche Kopftuchdiskussion, der andere wiederum mit Fokus auf die Säkularisierung und den Laizismus in Frankreich.

Mein Fazit der beiden Suchvorgänge: Google bietet eine so große Menge an Ergebnissen, dass sie fast unüberschaubar ist, nicht zuletzt deswegen weil sehr viele Artikel und Texte mehrfach gelistet werden, was durch Ausschluss bestimmter Wörter, Seiten oder anderer Kriterien nicht zu umgehen ist, da dann alle Einträge dieses Textes nicht mehr aufscheinen. Man muss also schon sehr speziell wissen, was und wo man suchen möchte (eben zum Beispiel eine konkrete Website durchsuchen oder einen speziellen, klar umrissenen Fachbereich. Das ist bei ‚Kopftuchdebatte’ als Stichwort natürlich schwer, da hier sehr viel hinein fallen kann). In Historical Abstracts ist das Ergebnis zwar im direkten Vergleich sehr viel magerer aus, meiner Einschätzung nach ist dafür ein größerer Teil der Ergebnisse relevant. Wenn man also ein weit gefasstes Themengebiet recherchiert und einen Überblick oder allgemein interessante Texte sucht, würde ich HA Google vorziehen. Allerdings lohnt es sich auf jeden Fall, alle Möglichkeiten zu nutzen, die man hat, denn wie ich zum Beispiel anhand der Le Monde-Artikel feststellen konnte, finden unterschiedliche Suchmaschinen/Indexe/Bibliotheken auch unterschiedliche Inhalte.

Die Wikipedia und ihre Nutzung ist ein strittiges Thema, das, so glaube ich, zu keiner endgültigen Lösung führen kann, da gerade das Hauptmerkmal ist, dass sich Wikipedia ja ständig verändert und entwickelt. Ich persönlich bin der Meinung, dass man die Artikel wie jede Quelle behandeln muss, also kritisch und so objektiv, wie es einem möglich ist. Das muss jeder Schüler und Student erst lernen und darin liegt vielleicht auch der Hund begraben, warum sich viele Hochschullehrer dagegen wehren, Wikipedia in den Quellen gelistet zu finden. Die Anzahl der neuen und veränderten Artikel ist so groß, dass es keiner Qualitätssicherung der Welt möglich wäre, alles eingehend zu überprüfen und es trotzdem in einer annehmbaren Zeit öffentlich zugänglich zu machen – zumal auch solche Gruppen oder Institute ideologisch geprägt sein können oder fast zwingend sein müssen, je nach Zusammensetzung der Teilnehmer. Gerade weil es die nicht gibt und Wikipedia mit dieser Aktualität punkten kann, werden aber die wenigsten Menschen mit einer richtigen Schulung an die Enzyklopädie herangeführt. Man findet sie durch einen Link im Internet, der Banknachbar in der Schule erzählt davon und schon klickt man sich durch und sieht nur noch das scheinbar unendliche Wissen, ohne sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, ob alles so stimmt, was da steht. Es wird dann für bare Münze genommen und weiter gegeben, verbreitet sich und setzt sich durch. Das ist sicherlich ein negativer Aspekt.

Das heißt aber nicht unbedingt, das automatisch jeder Artikel schlecht sein muss, bestimmt gibt es auch Juwelen darunter. Um das zu beurteilen muss man sich natürlich mit dem Thema schon anderweitig auseinander gesetzt haben, sich zumindest grundlegend darin auskennen. Viele können das nicht, zitieren aber trotzdem, was in der weiteren Folge dazu führt, dass jeder der Wikipedia-Seiten in der Quellenangabe sieht schon misstrauisch wird, ob da wirklich fundierte wissenschaftliche Arbeit geleistet wird. Das Problem stammt also auch durchaus daher, dass es verrufen ist, Wikipedia zu zitieren.

Ich für meinen Teil nutze Wikipedia, wie vermutlich fast jeder andere Student auch, weil man schnell Ergebnisse findet und einen allgemeinen Überblick über das Gewählte Thema erhält. Besonders interessant sind dann noch die Referenzlinks am Ende des Artikels. Selber zitiere ich Wikipedia aber nicht, vor allem aus den oben genannten Gründen – dem schlechten Licht, dass es auf mich werfen könnte und dass ich in den wenigsten Fällen ernsthaft behaupten kann, mich mit einem Thema gut genug auszukennen um einen Artikel als zitierfähig einzustufen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich mich in der Quellenkritik noch nicht sehr sicher fühle, mich also gerne darauf verlasse, dass ein Autor bestimmte Titel führt und man daher auf Expertise schließen kann und gerade durch den Vergleich ‚echter’ also offizieller, publizierter wissenschaftlicher Werke mit dem Wikipedia-Artikel die Schwächen (aber vielleicht auch Stärken) desselben erkennen kann. Zumal ich ehrlich glaube, dass es selten vorkommt, dass ein Zitat in einer anderen Quelle nicht ähnlich treffend formuliert ist, womit man aber ‚sicherer’ fährt.

Fazit: Zitieren von Wikipedia grundsätzlich ja, sofern man eindeutig die gute Qualität des Artikels feststellen und argumentieren kann und der Sinn des gewünschten Zitats nicht in einer angeseheneren Quelle ebenfalls zu finden ist.

Bei der Recherche in Historical Abstracts habe ich erstmals den eigentlich schon erwarteten Einstieg in die französische Literatur zu dem Thema Kopftuchdebatte in Frankreich gefunden.
Unter dem Schlagwort ‚head scarf debate’ komme ich mit dem Zusatz France als geographische Einschränkung nur auf zwei passende Artikel.

Religions, genre, et politiques laïques en France, XIXE-XXE siècles von Florence Rochefort, erschienen in French Politics, Culture & Society; Summer2007, Vol. 25 Issue 2, p19-33, 15p.
Dieser Text erscheint mir deswegen interessant, weil er sich mit dem Problem der Politisierung von religiösen Zeichen im Sinne der longue durée befasst, ein Ansatz den ich wie ich am Anfang des Semesters bereits erwähnt habe selbst sehr interessant finde. Allerdings greift dieser Artikel zurück bis zur französischen Revolution, dem Beginn der Säkularisation in Frankreich. Der Artikel ist in französischer Sprache direkt auf Historical Abstracts komplett online lesbar und auf Englisch als Sammelband der Zeitschrift an der UB Wien entlehnbar, sowie online einsehbar.

Der zweite Treffer ist englisch und beschäftigt sich mit religiösen Zeichen in Schulen in Kanada und Frankreich: Religious expression in public schools: Kirpans in Canada, hijab in France von Sarah V. Wayland, erschienen in Ethnic & Racial Studies; Jul97, Vol. 20 Issue 3, p544-560, 17p. Da es sich hierbei wieder um einen vergleichenden Text handelt ist er für mein Thema nicht von primärem Interesse.

Trotz dieser eher mageren Ausbeute direkt über Historical Abstracts eröffnet der oben genannte französische Artikel in den Fußnoten einen reichen Fundus an weiteren französischen Quellen zu dem Thema, zum größeren Teil nicht in Form von Zeitschriftenartikeln sondern als publizierte Bücher. Was mich jedenfalls erstaunt hat war, dass ich in der Datenbank nichts passendes aus der Zeitschrift Le Monde gefunden habe, obwohl in meinem Referenzwerk Politics of the Veil daraus zitiert wird. Ich führe das nach einer Indexsuche nach dem Titel darauf zurück, dass die Zeitschrift nicht in der Datenbank vorhanden ist, vermutlich weil es keine eigentliche sozial- oder geschichtswissenschaftliche Zeitschrift ist.

Übungsaufgabe 6

In beiden Datenbanken habe ich mir das Verzeichnis im Querschnitt angesehen, um einen Überblick darüber zu bekommen, was so alles angeboten wird. Jeden Eintrag einzeln zu lesen ist jedoch sehr zeitaufwendig, weshalb ich dennoch auf die Suchfunktion zurückgegriffen habe.

Für meine eigene Recherche sind relevant, im Verzeichnis der UB Wien:
Almisbah - ALMISBAH is a database providing access to selected Internet resources on the Middle East and on Islam respectively. Websites and online resources on Israel are included only if they are related to if they are related to the Arab-Israeli conflict. Part of MENALIB.

Archiv der Gegenwart (1931 – 2003) - Dokumentation zu Ereignissen aus Politik und Wirtschaft; erstellt auf Basis der Auswertung einer Vielzahl von Nachrichtenbulletins, Pressemitteilungen, Tageszeitungen, Nachrichtenmagazinen und offiziellen Dokumentationen.

Frankreichkunde und allgemeine Romanistik - Die Datenbank OLC-SSG Frankreichkunde und Allgemeine Romanistik ist ein fachbezogener Auszug aus der Swets-Datenbank Online Contents, der laufend durch ausgewählte Zeitschriftentitel der zuständigen Sammelschwerpunkte an der UBMainz, der Bayerischen Staatsbibliothek und der ULB Bonn ergänzt wird.

Im Verzeichnis der Österreichischen Nationalbibliothek:
CCFr - Offizieller und damit zur Zeit größter Verbundkatalog Frankreichs mit insgesamt 15 Millionen Dokumenten.

Documents Parlementaires / Assemblée National - Die Volltextdatenbank bietet Zugriff auf die Parlamentsdokumente der französischen Nationalversammlung

Monde diplomatique, Le (Deutsche Ausgabe) - Deutsche Ausgabe von LE MONDE diplomatique, der größten Monatszeitung für internationale Politik.

Zusätzlich habe ich mir die ein oder andere Datenbank abgespeichert, die mich einfach so und unabhängig von aktuellen Recherchen für die Universität interessiert.

Übungsaufgabe 5

Das erste Schlagwort, mit dem ich die OBV-Suche gefüttert habe war natürlich naheliegend: Kopftuchdebatte.

Es ergeben sich 31 Treffer, allerdings ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob sich das Buch auf Frankreich oder Deutschland bezieht. Sehr praktisch ist daher die Funktion ‚Ergebnisse verbessern’, die Frankreich als Option anbietet und die Titel auf 5 eingrenzt. Eines davon ist von Katharina Fussi, Ideen und Bedeutungskonstruktionen in der französischen Kopftuchdebatte, dass ich bereits durch die Recherche in meinem Referenzwerk in der Fachbereichsbibliothek Soziologie und Politikwissenschaften gefunden habe. Weitere drei beschäftigen sich mit dem Vergleich der Kopftuchdebatten in Frankreich und Deutschland, sind also erst mal nur mäßig interessant. Übrig bleib ein Treffer, der für mich allem Anschein nach eine hohe Relevanz hat: Demet, Aysel, Frau im Islam, unter Berücksichtigung der Kopftuchdebatte. Dieses ist in der Österr. Nationalbibliothek und an der Uni Wien in der Hauptbibliothek sowie in der FB Soziologie vorhanden. Weiters interessant ist die Eingrenzung ‚ohne Thema’, die also vor allem allgemein gehaltene Bücher zu dem Thema enthält und sieben Titel umfasst. Witzigerweise beziehen sich mindestens zwei davon auf die Kopftuchdebatte als Beispiel um Diskursanalyse zu lehren, und für Text- und Diskursanalyse muss ich auch die Arbeit über die Debatte schreiben. Für mich relevant klingen rein dem Titel nach: Ziegler, Janine, Die Gleichheit aller versus die Individualität eines jeden. Das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat in Deutschland und Frankreich im Spiegel der Kopftuchdebatte, sowie Rommelspacher, Birgit, Sich die Welt fremd machen: kritische Reflexionen zur Vielschichtigkeit und Bedeutung der Kopftuchdebatte für Mehrheiten und Minderheiten, in An.schläge.

Als weiteres Stichwort habe ich ‚Islam Frankreich’ benutzt, das 430 Treffer erzielt und per Ergebnis eingrenzen auf Frankreich immer noch 97.
Besonders wichtig erschienen mir hier auf den ersten Blick:
Krosigk, Constanze von, Der Islam in Frankreich: laizistische Religionspolitik von 1974 bis 1999
Boyer, Alain, L’islam en France
Roy, Olivier, Secularism confronts Islam
Cesari, Jocelyn, Musulmans et républicains : les jeunes, l’Islam et la France
Weinbergmair, Veronika, Die Ausprägung der Säkularisierung und ihre Auswirkung auf die religiöse Erziehung von Muslimen: ein Vergleich zwischen Österreich und Frankreich
Sarkozy, Nicolas (übers. Von Gaby Wurster), Der Staat und die Religionen
Deltombe, Thomas, L’islam imaginaire: la construction médiatique de l’islamophobie en France, 1975 – 2005

Fraglich ist, inwieweit man zu den französischen Titeln englische oder deutsche Übersetzungen findet. Alles in allem kann ich mich aber nicht über mangelnde Ausbeute beschweren, ich kann sogar die Bücher aussortieren, die Frankreichs Einwanderungspolitik mit der anderer Länder vergleichen, wie etwa Deutschland, Großbritannien, Italien. Den Vergleich Frankreich – Österreich habe ich deswegen aufgeführt, weil ich als Österreicherin in das Buch wenigstens mal reinschnuppern möchte, auch wenn es sich am Ende als wenig nützlich erweisen sollte.

Übrigens findet man unter dem Stichwort Islam Frankreich auch solche Titel wie Der Islam wird uns fressen! Der islamische Ansturm auf Europa und die europäischen Komplizen dieser Invasion (Bäschlin, Beat C.), bei dem ich mir rein der Formulierung nach ehrlich nicht ganz sicher bin, ob es nun ernst gemeint oder Satire sein soll …

Übungsaufgabe 4

Da mein Thema, die Kopftuchdebatte in Frankreich und damit zusammenhängend die Geschichte muslimischer Einwanderer nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich ein zum einen ziemlich aktuelles Thema ist und zum anderen die Suche via Infonet eher magere Ergebnisse hervorgebracht hat, bin ich mit ziemlich niedrigen Erwartungen in die Bibliothek gegangen. Bisher habe ich noch nicht viel aus der Bibliothek gebraucht und bin wenn dann auch immer in der Hauptbibliothek gewesen, also habe ich mich diesmal bewusst dafür entschieden, die Fachbibliothek Geschichte als erstes zu benützen, denn da war ich noch nie. Nach einem kleinen, unfreiwilligen Umweg habe ich sie sogar ziemlich schnell gefunden und mir erst mal einen Überblick über die Sortierung verschafft, was zunächst etwas verwirrend war, weil die Tür zu den L-1 bis L-26irgendwas Verzeichnissen zu war und ich nicht wusste, ob man da so einfach reingehen darf. Naja, jedenfalls gab es dort dann sogar freie Plätze, denn da waren sich scheinbar mehrere unsicher.

Als Referenzwerk habe ich dann kein eigentliches Lexikon oder eine Enzyklopädie verwendet, sondern relativ schnell das im Kurs vorgegebene Buch ‚Politics of the Veil’ von Joan Wallach Scott im Freihandbereich gefunden. Die Enzyklopädie der Neuzeit konnte ich nicht zu Rate ziehen, da sie nur bis spätestens 1850 reicht und das viel zu früh für meine Arbeit ist. Bei dem eben genannten Buch handelt es sich aber um ein Handbuch zu meinem Thema, das die wichtigen Faktoren in der Kopftuchdebatte behandelt (Immigration, Jugendarbeitslosigkeit, Frauenrechte in Frankreich) und nach Themengebiet sortiert die Quellen angibt. Hier sticht hervor, dass besonders viel auch aus Zeitungsartikeln zitiert wird, wobei die französische Zeitung Le Monde den größten Anteil hat. Das ist an sich nicht verwunderlich, da die Kopftuchdebatte ja eine politische und keine geschichtswissenschaftliche Debatte war, beziehungsweise teilweise vielleicht sogar noch ist, und sich daher auch Tageszeitungen mit diesem Thema befasst haben.

In der Bibliothek habe ich mich aber hauptsächlich auf Bücher als Quellen konzentriert und einige relevante Titel auch frei zugänglich in der Geschichtsbibliothek gefunden. Wichtig erschienen mir zum Beispiel allgemein zu Rassismus Fredrickson: Racism: A Short History und zum Thema Islam/Muslimische Migration Clancy-Smith: North Africa, Islam and the Mediterranean World, sowie Roy: Globalized Islam. Weiters ist ebenso die Fachbibliothek für Soziologie und Politikwissenschaften für mich von Interesse. Quellen, die ich dort gefunden habe sind wiederum thematisch dem Rassismus zuzuordnen, hier interessiert zum Beispiel Brown: Regulating Aversion. Allerdings finden sich dort im Gegensatz zur FB Geschichte auch Werke, die sich direkt mit der Kopftuchdebatte beziehen, zum Beispiel Fussi: Ideen und Bedeutungskonstruktionen in der französischen Kopftuchdebatte.

Da ich in den beiden Fachbibliotheken schon in relativ kurzer Zeit eine sehr gute Ausbeute erzielt habe, bin ich nicht in den Freihandbereich der Hauptbibliothek gegangen. Die Gegenprobe mit dem Bibliotheksverzeichnis hat auch ergeben, dass nicht alle der oben genannten Werke in der Hauptbibliothek verfügbar sind. Da es sich durchweg um relativ neue Werke handelt gehe ich nicht davon aus, dass sie vorhanden aber nicht im digitalen Katalog eingespielt sind und mir die Fachbibliotheken somit mehr bei der Recherche bringen.

Ein erstes Ergebnis der Recherche ist, dass der Begriff Rassismus sich zunehmend auf fremde Kulturen und Religionen bezieht, wobei Religion in Europa eigentlich ein Begriff ist, bei dem davon ausgegangen wird, dass man seinen Glauben auch ändern und einer anderen Religion aus Überzeugung beitreten kann. Im Bezug auf antimuslimische und antisemitische Strömungen wird im Englischen hier auch culturism analog zu racism verwendet (vgl. Fredrickson, George M., Racism: A Short History, Princeton Univ. Press, Princeton 2002. S. 49 ff). Für Frankreich wichtig sind hier vor allem die afrikanischen Kolonien, in denen oft die französische Staatsbürgerschaft bei Geburt verliehen wurde, die Mehrheit der Bevölkerung aber muslimischen Glaubens ist. Das große Stichwort ist hierbei Algerien.

Da ich InfoNet und Clio bisher noch nie verwendet habe, kann ich nicht davon ausgehen alle Tricks und Kniffe zu kennen. Das, was ich bisher an Ergebnissen zu Tage gefördert habe sieht aber selbst dafür ziemlich mager aus, höchstwahrscheinlich mehr dem Thema als meiner Unerfahrenheit geschuldet.

Das InfoNet hat nicht umsonst den Beinamen AUSTRIA und beschäftigt sich nur mit Institutionen die in Österreich angesiedelt sind – sehr praktisch auch nach Bundesländern filterbar. Allerdings ist es verständlich, dass es wenige Leute gibt, die sich in Österreich mit der Geschichte des Islam in Frankreich beschäftigen und schon gar nicht genug um sich zu einem eigenen Institut zusammen zu schließen. Es bleibt also erst mal nur die Suche nach allgemeinen Begriffen im alphabetischen Verzeichnis. Frankreich, Islam und Kopftuch gibt es schon mal nicht, und, meiner Meinung nach interessant, als Religionsbezogene Begriffe folgende: Benediktiner, Deutscher Orden, Dominikaner, Franziskaner, Freimaurer, Jesuiten, Judentum, Kapuziner, Kirche Altkatholische, Kirche Evangelische, Kirche Katholische, Kirche Orthodoxe, Kirchengeschichte, Kunst Sakrale, Malteser, Orden Geistliche, Pfarrgeschichte, Theologie, Volksfrömmigkeit, Zisterzienser. Aber das ist ja eigentlich gar nicht mein Thema. Da es keine spezifischen Schlagwörter in meine Richtung gibt, bleiben eigentlich zum Großteil nur sehr allgemeine Begriffe, etwa Geschichte und Geschichtswissenschaft, wo hauptsächlich die Geschichtsinstitute der Universitäten aufscheinen. Ein Oberbegriff, der halbwegs in die richtige geographische Richtung geht ist jedenfalls Europa. Hier sind Institutionen zu finden, die zumindest mal einen Blick wert sind, wie etwa die Dr. Wilfried Haslauer-Bibliothek; Forschungsinstitut für politisch-historische Studien oder das Österreichisches Institut für Internationale Politik (OIIP).

Clio online spuckt dafür schon bei der lässig eingegeben Wortkombination ‚Frankreich Islam’ das Centre Marc Bloch in Berlin aus, ein erstes Erfolgserlebnis. Des weiteren findet man hier unter diversen Schlagwörtern, die Frankreich betreffen einige Links zu Forschern und Instituten in Frankreich, die sich etwa mit Wirschafts- und Sozialgeschichte beschäftigen (Jacob Thierry, Université Lumière, Lyon), mit Politik (Institut d’Etudes politiques, Lille) oder die Frankreich-Bibliothek in Ludwigsburg, die auch viele sozialwissenschaftliche Werke in den Regalen stehen hat, unter anderem auch Zeitschriften zu diesem Thema.
Anders gesagt ist hier die Auswahl um soviel größer, dass man schon im Vorhinein selektieren kann und auch muss, welche Institutionen nun am genauesten das Thema treffen, zu dem ich recherchieren möchte, anstatt wie im InfoNet alles zu nehmen, was man kriegen kann. Das Frankreich aktuell ein sehr wichtiger politischer und wirtschaftlicher Partner für Deutschland ist, ist sicher mit ein Grund für die Fülle an gemeinsamen Forschungseinrichtungen beider Länder.

Wie es in der Vorlesung schon vorgeschlagen wurde, möchte ich natürlich nach Möglichkeit ein Thema wählen, für das ich in einer anderen Vorlesung so oder so recherchieren müsste. Dahingehend bietet sich in diesem Semester eigentlich nur eines an: Die Kopftuchdebatte in Frankreich. Das ist mein Thema in dem Kurs Text- und Diskursanalyse (Vom Kampf und Dialog der Kulturen), worüber wir am Ende des Semesters Gruppenarbeiten im Umfang von etwa fünf Seiten pro Person abgeben müssen.

Der Vorteil davon, zu diesem Thema zu recherchieren ist ganz eindeutig, dass wir als Ausgangspunkt ein Referenzwerk genannt bekommen haben, in meinem Fall handelt es sich dabei um Scott, Joan Wallach, The Politics of the Veil, Princeton und Oxford: Princeton University Press, 2007. Da dieses Buch auch im Katalog der UB zu finden ist, kann ich hier allein schon anhand der Schlagwortketten weiter recherchieren.

Ein Nachteil, oder vielleicht besser gesagt eine Schwierigkeit, die ich bei dem Thema sehe ist, dass es sehr eng gefasst ist. Um die Hintergründe komplett verstehen zu können muss man aber vielleicht auch auf Quellen zur Geschichte des Islam in Frankreich seit 1945 zurückgreifen. Eine Fragestellung, die sich rein handwerklich auf die Recherche bezieht muss also ganz sicher lauten: wie groß ist der Bezugsrahmen innerhalb der allgemeinen französischen Geschichte? Eine andere Frage bezieht sich sicherlich auch darauf, inwiefern man dazu deutsch- und englischsprachige Literatur findet, die in Österreich gut verfügbar ist. Zwar hatte ich in der Schule sechs Jahre lang Unterricht in Französisch und würde mich vermutlich in französischen Bibliothekskatalogen zurechtfinden, aber eine quellenkritische Auseinandersetzung mit einzelnen Werken ist mir wahrscheinlich eher nicht möglich. Hier bietet es sich aber eventuell an, französische Literatur zu dem Thema zu finden und dann nach Übersetzungen zu suchen.

Thematische Fragestellungen müssten etwa sein ‚Was versteht man unter der Kopftuchdebatte in Frankreich?’, ‚Wie kam es dazu?’, ‚Worin und warum unterscheidet sie sich von der deutschen Kopftuchdebatte?’. Detailreichere Fragen etwa zum Verlauf, Folgen und öffentlicher Rezeption dazu werden sich sicher ebenfalls während der Recherche zu diesem Thema stellen.

Der Blog ist ein sehr weit verbreitetes Medium, man spricht ja schon von einer ‚Landschaft‘ oder auch ‚Blogosphäre‘, die man selbst für einzelne Fachgebiete wohl nur überblicken und einschätzen kann, wenn man sich einliest und dran bleibt. Wie alles im Internet ist ein Blog ein schnelllebiges Gebilde, besonders dann wenn er gut aka gut befüllt ist – was ja nicht immer auch qualitativ hochwertig bedeutet. Definitiv versteht man darunter allerdings, dass er aktuell ist.

Bei einem Blog sehe ich daher das Problem, dass zeitlose Themen genauso schnell wieder in den Tiefen des Archivs verschwinden wie die Ankündigungen für irgendwelche Termine, die nach dem Stichtag ihre Relevanz zum Großteil verlieren. Man bewegt sich also an der Grenze zwischen Beiträgen, die nicht lang genug sind um eine eigene, ständige (Unter-)Seite zu rechtfertigen aber später erst mühsam wieder herausgesucht werden müssen.

Rein inhaltlich gesehen ist ja die Qualitätssicherung ein großes Thema. Es ist ja nun mal Fakt, dass jeder der, der einen Computer mit Internetanschluss besitzt den größten Unsinn ins Netz stellen kann und es immer Leute gibt, die Fehlinformationen unreflektiert weiter geben. Der Blog hat zudem die angenehme Funktion, dass man unerwünschte kritische Kommentare nicht freischalten muss. Von einer freien Diskussion kann also nur die Rede sein, wenn jeder Beteiligte eindeutig sehen kann, dass Kommentare nicht zensiert werden. An dieser Stelle möchte ich gerne Tim Berners-Lee erwähnen, der am CERN maßgeblich an der Entwicklung des Internets beteiligt war – Stichwort http. Eine seiner Ideen, die heute nicht umgesetzt sind, war folgende: jeder Link soll auch als Backlink dargestellt werden, d.h. auf der verlinkten Textstelle ein Hinweis auf die sich darauf beziehende Seite befinden. Auch wenn es das eigene kritische Denken bei weitem nicht ersetzt, würde diese Funktion die Bewertung von wissenschaftlichen Texten im Internet meiner Meinung nach wesentlich erleichtern und die Diskussion fördern.

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